Rote Unterwäsche fürs Liebesglück
von Felicitas Helmis
Andere Länder, andere Sitten. An Silvester wird das besonders deutlich. Denn wie die Menschen ins Neue Jahr feiern und was ihnen dabei Glück verspricht, ist von Nation zu Nation sehr unterschiedlich. TravelTalk hat sich in der Welt umgeschaut und stellt euch einige Bräuche vor.
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An Silvester weiß man, was die Italiener drunter tragen: Rote Unterwäsche bringt angeblich Glück fürs neue Jahr.
Foto: Hemera
Feuerzangenbowle und Fondue, um Mitternacht dann Böller und Raketen, und anschließend geht’s ans Bleigießen. So verbringen viele Deutsche den Silvesterabend. Gar nicht so unähnlich wird der letzte Tag des Jahres in Rußland begangen. Dort wird die Zukunft allerdings nicht mit Blei, sondern geschmolzenem Wachs vorhergesagt.
In Japan hört man Punkt Mitternacht aus den Tempeln exakt 108 Glockenschläge. Sie sollen die 108 Begierden des Menschen und 108 Übel des alten Jahres vertreiben. Befreien von Altlasten wollen sich auch die Argentinier. Sie zerschneiden alte Unterlagen und werfen sie als Papierschnitzelchen am 31. Dezember aus dem Fenster. Dadurch wollen sie sich frei machen für das neue Jahr. Im Nachbarland Brasilien tragen die Menschen an Silvester weiße Kleidung, um Glück und Frieden für das nächste Jahr anzuziehen. Um Mitternacht werden Blumen ins Meer geworfen und Kerzen in den Sand gesteckt.
Beschwingt geht es in Österreich ins neue Jahr: Dort tanzen die Wiener am Jahresende vor dem Rathaus Walzer. In Spanien ist der Silvester-Brauch etwas heikler. Denn es gilt, bei jedem Gongschlag eine Traube zu verzehren, dann darf man sich etwas wünschen. Allerdings gehen die Wünsche nur dann in Erfüllung, wenn beim exakt zwölften Gongschlag alle zwölf Trauben gegessen sind – andernfalls droht Unheil.
Kein Unheil, aber vielleicht ein ordentlicher Kater droh in Schottland. Denn dort begrüßt man das neue Jahr um Mitternacht nicht mit Sekt oder Champagner, sondern mit einer Mischung aus Whisky, Starkbier und Eiern, dem so genannten “Hot Pint”. Süße Äpfel mit Honig und Honigkuchen werden in Israel zum Essen serviert, damit das neue Jahr “süß” wird. In Griechenland wird Basiliusbrot, in das eine Münze eingebacken wurde, gereicht. Wer sie beim Essen nicht verschluckt oder sich eine Zahnplombe beschädigt, darf im neuen Jahr mit viel Glück rechnen.
Glück in der Liebe erhoffen sich die Italiener. Dafür tragen sowohl Männer als auch Frauen an Silvester rote Unterwäsche. Etwas pragmatischer sehen es die Chinesen. Für sie ist Neujahr das größte Fest ihres Kulturkreises und dauert drei Tage. Vor Beginn des Neujahrsfestes, das mit prächtigen Drachen- und Löwenumzügen gefeiert wird, säubern die Chinesen mit Bambuszweigen ihre Häuser, um die bösen Geister zu vertreiben. Ab 23 Uhr an Silvester werden dann alle Fenster im Haus geöffnet, um das neue Jahr herein zu lassen.